Tren a las Nubes

PROJEKT Tren a las Nubes

Entwicklungspotentiale einer extremen Gebirgsbahn

Die weitläufigen und exponierten Gebirgsrücken der Anden stellen große Herausforderungen an Planung, Bau, Erhaltung und Betrieb von Verkehrsinfrastruktur. Zwischen Argentinien und Chile werden Straßenverbindungen, oft in schlechtem Zustand und nicht ganzjährig passierbar, als Haupttransportrouten genutzt. Alternativ dazu gibt es lediglich zwei Bahnstrecken, von denen jedoch nur die Verbindung zwischen Salta (Argentinien) und Antofagasta (Chile), zumindest eingeschränkt in Betrieb ist: der sogenannte „Tren a las Nubes“ – der Zug in die Wolken.

 

Erfolgreiche Projekte in Österreich haben in den letzten Jahrzehnten bewiesen, dass auch bei schwierigen topografischen Verhältnissen schienengebundener Güterverkehr einen wichtigen Beitrag zum Transportmix leisten kann. Um den Güterverkehr effizienter, wettbewerbsfähiger und sicherer zu machen, wurde dabei intensiv an Verbesserungen des bestehenden Bahnnetzes gearbeitet. Hauptziel des vorliegenden Projektes ist es, die Chancen und Risiken sowie zukünftige Entwicklungspotentiale des schienengebundenen Güterverkehrs auf der bestehenden „Tren a las Nubes“ Bahnverbindung zu analysieren. Zur Erreichung dieses Ziels wird dabei in einem ganzheitlichen, interdisziplinären Ansatz vorgegangen: so werden auf Basis von Satellitendaten die Strecke analysiert, der technische Zustand der Bahntrasse erhoben und stufenweise Verbesserungsmöglichkeiten erarbeitet, eine neue Methodik für die Naturgefahrenanalyse entwickelt und maßgeschneiderte Logistik- und Güterumschlagkonzepte erarbeitet.

 

Die Bahnstrecke überwindet auf einer Gesamtlänge von ca. 780 km nicht nur steile Hänge und tiefe Schluchten, sondern erreicht auch Höhen von bis zu 4.400 m. Aufgrund der extremen topografischen Lage ist für den Infrastrukturbetreiber eine umfassende Naturgefahren- und Risikoanalyse eine wichtige Entscheidungsgrundlage, insbesondere für zukünftige Erhaltungsmaßnahmen. Zu den großen Herausforderungen zählen hierbei das weitläufige Untersuchungsgebiet von mehr als 10.000 km², der kurze Bearbeitungszeitraum von weniger als 6 Monaten und die teils mindere Qualität der verfügbaren Basisdaten. Diesen Herausforderungen begegnet GEORESEARCH mit der Entwicklung einer innovativen, auf neuesten Satellitendaten und modernsten Drohnentechnologien basierenden Methodik zur semi-automatischen Detektion von Naturgefahren „Hot Spots“. Potentielle Gefahren werden entsprechend ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und dem zu erwartenden Schadensausmaß analysiert und in Kombination mit Experten-Workshops schließlich zu einer Risikolandschaft zusammengeführt.

 

Das von der Austria Wirtschaftsservice GmbH geförderte Projekt Tren a las Nubes verbindet als ganzheitlich ausgelegte Pre-Feasibility-Studie unter Leitung der Geoconsult ZT GmbH (mit Sitz in Wals bei Salzburg) die spezifischen Kompetenzen und das interdisziplinäre Know-How nationaler und argentinischer Partner. Wir freuen uns sehr auf diese neue Herausforderung und eine spannende Zusammenarbeit mit unseren Partnern!

  

STECKBRIEF

Beitrag GEORESEARCH: Leitung Arbeitspaket: Semi-quantitative Naturgefahren- und Risikoanalyse

Projektpartner: Geoconsult ZT GmbH, STL Solutions for Transport and Logistics GmbH, PLANUM Fallast Tischler & Partner GmbH

Projektdauer: 2017

Fördergeber: AWS - Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH

 

  

PROJEKTPARTNER

Geoconsult

PLANUM Fallast Tischler & Partner GmbH

STL Solutions for Transport and Logistics GmbH

  

AUSGEWÄHLTE REFERENZEN

Geoconsult Aids in Building "Train to the Clouds"  Tunnel Business Magazine (12.03.2018).