PROJEKT SedInOut

Detektion alpiner Hangbewegungen mit satellitenbasiertem InSAR

Die Alpen sind vom Klimawandel besonders stark betroffen. In den letzten 150 Jahren war der Temperaturanstieg hier doppelt so hoch wie im globalen Mittel. Zu den unmittelbaren Folgen der Erwärmung zählen das verstärkte Auftreten von Starkniederschlägen, das intensive Rückschmelzen der Gletscher und das Tauen des Permafrosts. Direkte Konsequenz dieser Klimawandelfolgen ist die verstärkte Freilegung, Entfestigung und Mobilisierung alpiner Hanglagen. Die resultierende beobachtete Zunahme von Hangbewegungen stellt dabei eine signifikante Bedrohung für den alpinen Siedlungsraum dar.

 

Rutschungen und Muren kündigen sich oftmals durch langanhaltende jährliche Bewegungen im Zentimeterbereich an. Auf Grund der problematischen Detektierbarkeit geringfügiger Bodenbewegungen ist über deren räumliche Verteilung sowie über deren potenzielle Indikatorfunktion für nachfolgende Naturgefahrenprozesse nur wenig bekannt. Ziel des Projekts ‚SedInOut‘ ist die Entwicklung einer Methodik zur Detektion und Analyse geringfügiger Bodenbewegungen, an deren Ende die systematische Risikobewertung alpiner Hanglagen stehen soll.

 

GEORESEARCH untersucht im Rahmen des Projekts die Anwendbarkeit verschiedener Fernerkundungstechnologien. Im Fokus steht dabei die satellitenbasierte Radarinterferometrie (InSAR), welche gegenwärtig die einzige Fernerkundungsmethode darstellt mit der Bodenbewegungen (i) präzise und direkt (Millimeter-Genauigkeit), (ii) skalierbar (von einzelnen Gebäuden bis zu großen Flächen) und (iii) über lange Zeiträume identifiziert werden können.

 

Basierend auf InSAR-Daten ab dem Jahr 2014 werden flächendeckend Bodenbewegungen (> 15.000 km², u.a. für Salzburg, Kärnten, Südtirol) im alpinen Raum detektiert und analysiert. In weiterer Folge werden Hot-Spots definiert und mit Komplementärdaten von Airborne-Laserscanning- (ALS) und Drohnen- (UAS - Unmanned Aerial Systems) Untersuchungen kombiniert. Das Gefahrenpotenzial der identifizierten Hot-Spots wird anschließend im Gelände überprüft. Neben Gefahrenhinweiskarten sollen im Rahmen des Projekts formale Richtlinien für eine strukturierte Risikobewertung alpiner Hanglagen abgeleitet werden.

  

STECKBRIEF

Beitrag GEORESEARCH: Projektpartner

Projektpartner: Geologischer Dienst Land Salzburg, 

Amt der Kärntner Landesregierung - Abteilung 8, 

Regione autonoma Friuli Venezia Giulia,

Provincia autonoma di Bolzano,

Regione del Veneto

Projektdauer: 2019 - 2022

Fördergeber: Interreg V-A Italien-Österreich

FÖRDERGEBER

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PROJEKTPARTNER

Geologischer Dienst Salzburg

Kärntner Landesregierung

Regione autonoma Friuli Venezia Giulia

Provincia autonoma di Bolzano

Regione del Veneto