PROJEKT Kyrgyz_LMEWS

Skalenbasiertes Überwachungs- und Frühwarnsystem für radioaktive Altlasteneinrichtungen in Kirgisistan

Radioaktive Altlasten in Kombination mit gewaltigen Hangrutschungen bergen enorme Risiken für weite Regionen Kirgisistans und deren Bewohner. Zur Verminderung dieser Risiken und basierend auf modernsten Monitoring-Technologien entwickelt GEORESEARCH ein räumlich und zeitlich skalierbares Überwachungs- und Warnsystem für Hangrutschungen.

 

Weite Flächen Kirgistans sind geprägt vom hochalpinen Tianshan Gebirge: 70% der Landesfläche liegen über 3.000 m Meereshöhe und der höchste Gipfel des Landes, der Pik Pobeda, ragt sogar 7.439 m in den Himmel. Aufgrund des extrem hochalpinen Charakters (Relief, Wetterbedingungen) und intensiver seismischer Aktivität (Erdbeben) ist Kirgistan besonders anfällig für Naturgefahren wie Hangrutschungen, Lawinen und Überschwemmungen. Besonders der Süden des Landes ist ein „Hotspot“ für große, gravitative Massenbewegungen: Großflächige Lössvorkommen erreichen hier oftmals Mächtigkeiten von mehreren Zehnermetern. Durch starke Niederschläge oder Erdbeben kann das gelöste Feinmaterial leicht mobilisiert werden. Gewaltige Hangrutschungen, Schlamm- und Erdlawinen mit Volumen von mehreren Millionen Kubikmetern sind nicht selten die daraus resultierenden Folgen.

 

Neben dem erheblichen Naturgefahrenpotential beherbergt Südkirgistan im Einzugsgebiet der Stadt Mailuu Suu auch Altlasten aus der Sowjet-Ära, u.a. radioaktives Material aus dem bis zum Ende der 70er Jahre betriebenen Uranbergbaus. Dieses Material wurde Großteils in Deponien und Bergeteichen im Bereich der Talböden abgelagert und ist daher besonders exponiert gegenüber Hangrutschungen. Die daraus resultierenden Risiken umfassen eine mögliche Zerstörung dieser Einrichtungen mit einhergehender Remobilisierung und Verfrachtung von radioaktivem Material durch Bäche und Flüsse in landwirtschaftlich intensiv genutzte Regionen.

 

Das langfristige Ziel des Projekts ist, die Sicherheit in kirgisischen Uran-Altlastengebieten durch optimierte Überwachungs- und Sanierungsmaßnahmen zu erhöhen. Dabei werden u.a. folgende Forschungsfragen verfolgt: (1) Welche Typen von Hangrutschungen kommen wo vor und was sind die davon ausgehenden Gefahren und Risiken? (2) Welche Technologien und Methoden sind für die Überwachung und Warnung unter den gegebenen Rahmenbedingungen am besten geeignet?

 

Die Entwicklung des Überwachungs- und Warnsystem für Hangrutschungen ist Teil des durch die EU finanzierten Projekts "Conducting an integrated Environmental Impact Assessment and Feasibility Study for the Safe Management and Remediation of the Uranium Legacy Complex of Mailuu Suu, Kyrgyzstan (EuropeAid/138036/DH/SER/KG; 2017 – 2019)". GEORESEARCH ist dabei Teil eines internationalen Konsortiums unter der Leitung der WISUTEC Umwelttechnik GmbH.

  

STECKBRIEF

Beitrag GEORESEARCH: Landslide Experts in WP 2 - Design, Technical Specifications and supervision of installation of mobile and fixed equipment for risk assessments at legacy sites in the Kyrgyz Republic

Projektpartner: Wisutec Umwelttechnik GmbH, Wismut GmbH, Facilia AB, Geoconsult ZT GmbH, Belgian Nuclear Research Center (SCK CEN)

Projektdauer: 2017 - 2019

Fördergeber: European Commission (EuropeAid/138036/DH/SER/KG; 2017 – 2019)

 

Environmental Remediation in Central Asia

Environmental Remediation in Central Asia weiter ...

  

PROJEKTPARTNER

 Wisutec Umwelttechnik GmbH

 Wismut GmbH

Facilia AB

Geoconsult ZT GmbH

Belgian Nuclear Research Center (SCK CEN)