Hüttschlag
Wiesbachhorn
Pöllatal

PROJEKT RockSAR

Millimetergenaue Identifikation und Monitoring von Felsbewegungen mit InSAR

Der Klimawandel führt zu einer signifikanten Modifikation der Niederschlags- und Temperaturverhältnisse. Der Alpenraum ist – wie weltweit viele andere Gebirgsräume – von diesen Veränderungen besonders stark betroffen. Allein in den letzten 150 Jahren stieg die Temperatur hier (+2 °C) rund doppelt so stark wie im globalen Mittel (+1 °C). Bis zum Jahr 2100 ist eine weitere Erwärmung von mehreren Grad Celsius zu befürchten.

 

Als direkte Folge des Klimawandels kommt es zu einer Erhöhung des flüssigen Niederschlagsanteils, zu einer Zunahme kurzfristiger Starkregenereignisse, zu einer verstärkten Stationarität von Wetterlagen (z.B. Dauerregen) sowie zum Ausschmelzen von hochalpinem Permafrost. In Zukunft ist daher mit einer deutlichen Zunahme von gravitativen Massenbewegungen wie Felsstürzen oder Rutschungen zu rechnen. In Kombination mit der immer stärkeren menschlichen Nutzung des Alpenraums stellen diese Naturgefahren somit einen signifikanten Risikofaktor dar, der kurz- bis mittelfristig deutlich an Relevanz gewinnen wird.

 

Großen Massenbewegungen im Festgestein gehen oftmals Deformationen im Millimeter-Bereich voraus. Diese sind jedoch schwer erkennbar und werden im Allgemeinen erst als Reaktion auf bereits eingetretene (schadenbringende) Ereignisse detaillierter untersucht. Monitoring- und Frühwarnsysteme beschränken sich daher fast ausschließlich auf bereits bekannte Gefahrengebiete und decken in der Regel nur die lokale Skale ab (< 1 km²).

 

Im Rahmen des ARGE ALP-Projektes „RockSAR - Millimetergenaue Identifikation und Monitoring von Felsbewegungen mit InSAR“ werden sehr langsame Massenbewegungen abseits bekannter Felsstürze und Felsgleitungen mittels umfangreicher InSAR-Analysen (Interferometric Synthetic Aperture Radar - Radarinterferometrie) detektiert und quantifiziert. InSAR ist gegenwärtig die einzige Methode, mit der Bodenbewegungen präzise, direkt, großflächig und über lange Zeiträume untersucht werden können.

 

Das Projekt steht thematisch in einer Reihe mit den abgeschlossenen ARGE ALP-Projekten „Fels- und Bergstürze in Permafrost Gebieten“ und „Der Einfluss von Gletscher-Randklüften auf Felsstürze“ und richtet daher einen besonderen Fokus auf hochalpine Permafrost-Gebiete. Hierbei wird der Frage nachgegangen ob und wie sich geringfügige Bewegungen der sommerlichen Auftauschicht zur Identifizierung und Charakterisierung von Gebirgspermafrost nutzen lassen.

  

STECKBRIEF

Beitrag GEORESEARCH: Co-Leitung

Projektpartner: Landesgeologie Salzburg

Projektdauer: 2022 - 2024

Fördergeber: Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (ARGE ALP)

  

PROJEKTPARTNER

ARGE ALP

Arbeitsgemeinschaft Alpenländer

Landesgeologischer Dienst Salzburg

TRE ALTAMIRA

  

AUSGEWÄHLTE REFERENZEN

Offizielle Projektwebseite: https://www.argealp.org/de/projekte/d/satelliten-basierte-detektion-und-ueberwachung-von-hochalpinen-massenbewegungen-mit-insar